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Werkstattgeschichte #2

Oktober 18, 2013 at 6:12 am

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12 MUST HAVES für den heimischen Werkzeugkasten und ihre jeweilige Funktion

„Er steht auf der Leiter, sie steht unten und wartet auf Anweisungen von ihm.“ Typische Szenerie wenn Mann und Frau zu Hause am Werkeln sind. Regale werden an der Wand befestigt, die neuen Möbel werden zusammen geschraubt, oder Lampen werden aufgehängt. Ohne den Damen auf den Schlips treten zu wollen, obliegen etwaige heimische Handwerksarbeiten in den meisten Fällen nach wie vor dem männlichen Geschlecht. Ich möchte hier jetzt aber keine Gender-Diskussion vom Zaun brechen, sondern lediglich den peinlichen Moment aus der Welt schaffen, der entsteht, wenn die Frage kommt: „Schatz, kannst du mir mal bitte den Madenzieher aus dem Werkszeugkoffer reichen?“ Langsam greift sie zum Werkzeugkasten, lässt ihre Hand vorsichtig über diesen gleiten und wartet auf das erlösende, „Stopp, da liegt er doch, du hast doch deine Hände direkt darüber.“ Ja natürlich, Schatz, ich hatte nur gerade einen Krampf in der Hand, daher meine zurückhaltende Bewegung.“ Räusper, räusper!

Ich fürchte, dass ich nicht die Einzige bin, die schon öfter in so eine Situation geraten ist und bei der Frage: „Gib mir doch bitte mal den Maulschlüssel“, nur gedacht hat, „Ach halt doch das Maul Schlüssel.“

Um solche Situationen zu vermeiden, möchte ich nun denjenigen Damen, die heimische Handwerksarbeiten lieber den Männern überlassen, zumindest in puncto Werkzeugkunde weiterhelfen. Deswegen jetzt zusammengestellt die 12 MUST HAVES, die in keinem Werkzeugkoffer fehlen dürfen, die dazugehörigen Funktion und Aussehen:

Hammer: ich denke bei der Frage nach dem Hammer ist noch niemand ins Fettnäpfchen getreten. Wahrscheinlich ist dieser sogar schon öfter beim Schnitzel klopfen in den Einsatz gekommen. Ganz klassischer Weise hat ein Hammer die Funktion Nägel zu versenken, der Hammer oder? (den musste ich bringen, sorry!) Aufgepasst auf die Finger, die sollten beim Draufhaun schnellstmöglich weg gezogen werden.

Zollstock: Auch dieser darf in keinem Haushalt fehlen. Es gibt ihn in verschiedenen Größen, der Klassiker hat eine Maße von zwei Metern und dient neben der Vermessung von Gegenständen außerdem zur Belustigung. Hiermit meine ich, dass sich wunderbare Formen wie Giraffen oder Sterne daraus basteln lassen. (Mehr dazu in Kürze auf meiner Facebook-Seite)

Bohrer: Wie ihr merkt fangen wir bei den leichten Gerätschaften an. Der Bohrer ist ein Werkzeug zum Erzeugen kreisrunder Löcher. Schön nicht?

Seitenschneider: Meister Seitenschneider dient zum Zerschneiden, also Trennen, vor allem von Drähten. Besonders beliebt ist daher der Einsatz des Seitenschneiders beim Fertigen eines Adventskranzes oder Blumengesteckes.

Kneifzange: Wenn Nägel aus Versehen zu tief oder am falschen Ort versenkt wurden, gilt es diese ganz unauffällig wieder herauszuziehen. Dafür verwendet ihr die Kneifzange. Und wie es der Name schon vermuten lässt, könnt ihr mit dieser Zangengattung zusätzlich Dinge abkneifen. Zum Beispiel einen Nagel.

Rohrzange: Diese Spezies kommt zum Einsatz, wenn es um Rohrarbeiten (zum Beispiel am Spülbecken oder an der Heizung) geht. Außerdem können mit der Rohrzange besonders große Schrauben und Muttern ganz einfach entfernt werden. Nein nicht eure Mütter, sondern Muttern (siehe Abb.), wobei eure Mütter wahrscheinlich auch weglaufen würden, wenn ihr sie mit einer Rohrzange bedroht.

Kombizange: Diese schlaue Zangenzunft  vereinigt gleich mehrerer Werkzeuge auf einmal und darf sich deswegen Multifunktionswerkzeug nennen. Sie dient zum Greifen sowie zum Abschneiden und Abzwicken von Drähten. Hierzu hat sie eine seitliche Schneide wie ein Seitenschneider. Darüber hinaus kann man mit ihr auch flache Objekte oder Schraubenköpfe bei Bedarf festhalten.

Inbusschlüssel: Hier lohnt es sich, wie auf dem Bild zu sehen, gleich einen ganzen Imbussatz, sprich unterschiedliche Größen, für den Werkzeugkasten zu besorgen. Die länglichen Gerätschaften, die wie von Popeye an falscher Stelle durchgebogene Metallstangen aussehen, dienen dem Festziehen oder dem Lösen von Inbusschrauben.

-Noch mal kurz zu dem Namen: Inbusschlüssel. Jetzt mal ganz ehrlich, wer von euch hat auch bis heute gedacht, dass es Imbusschlüssel heißt. Kommt offenbar gar nicht von „im Bus“. Gut, wäre das auch geklärt.

Kreuz- und Schlitzschraubenzieher: Ob Kreuz -oder Schlitzschraubenzieher benötigt wird, hängt vom Schraubenkopf ab. Das erkennt man aber, ganz sicher! Mit diesen Werkzeugen werden Schrauben in Werkstoffe hinein- oder herausgeschraubt.

Madenzieher: Klingt schlimmer als er ist! Versprochen. Vom Aussehen her könnte er der kleine Bruder der Kreuz- und Schlitzschraubenzieher sein – erfüllt aber einen ganz anderen Zweck. Beim Anbringen von Lampen begegnet man lüsternen Klemmen (ok, Lüsterklemmen). Der Madenzieher ist ganz klein und damit bestens geeignet die winzigen Lüsterklemmen fest zu ziehen. Außerdem ist ein Stromprüfer integriert, so könnt ihr bevor es ans Installieren einer Lampe geht, zunächst prüfen, ob die Stromzufuhr unterbrochen ist. Ganz wichtig, sonst stehen schnell die Haare zu Berge.

Maulschlüssel: Jetzt kommen wir endlich zu dem Halt´s Maul Schlüssel. Dieser hat seine große Klappe gleich an beiden Enden. Das freche Ding, in der Regel wird der 17´er Maulschlüssel benötigt, erfüllt mal wieder, gähn, dem Anziehen und Lösen von Schrauben.

Und zu guter Letzt mein Lieblingswerkzeug: der Korkenzieher! Den muss man mit einer drehenden Bewegung in den Korken einer Weinflasche einführen (ganz schön schlüpfrig), dann macht es Sinn, kurz inne zu halten und mit gebündelter Kraft den Korken zu entfernen. Wein in Glas, anstoßen, trinken, prost!

Viel Spaß beim Beieindrucken mit euren Werkzeugkenntnissen und vielleicht traut ihr euch ja nun auch selbst mal Hand anzulegen ;-)